Buchtipp "Die Tore des Himmels"

Sabine Weigand stellt in ihrem neuen Mittelalterroman das Leben und Wirken der Elisabeth von Thüringen in den Mittelpunkt.Produkt-Information

„Die Tore des Himmels“ ist der sechste, große historische Roman von Sabine Weigand. Wie schon in ihren Vorgängerwerken überzeugt die Autorin auch in diesem Buch vor allem mit ihrem mitreißenden erzählerischen Talent. Obwohl der Schreibstil locker an die Ausdrucksweise des Mittelalters angepasst ist, liest sich der Roman sehr flüssig.

 

Die Charaktere im Buch sind sehr gut und anschaulich dargestellt. Besonders Elisabeth ist trotz ihres Heiligenstatus‘ eine Person die widersprüchliche Ansichten hervorruft. Obwohl sie sehr viel Gutes tut fragt man sich immer wieder was sie eigentlich antreibt. Das Thema Glaube, aber auch der im Mittelalter verbreitete Aberglaube, spielt in „Die Tore des Himmels“ eine große Rolle.

 

Man ist von Sabine Weigand gewohnt, dass sie nicht nur einfache Geschichten erzählt, keinen Klischees nachkommt, noch ihre Figuren in gut und böse einteilt. Man trifft auf unzählige interessante Figuren, wie Konrad von Marburg, einen fanatischen Mönch, dem Elisabeth regelrecht verfällt, und auch auf Ritter, intrigante Verwandte und Anhänger einer gefährlichen Sekte.

 

Durch die wechselnden Erzählperspektiven, die von Gisa, getreue Zofe und Freundin Elisabeths, zu Primus, ein Junge aus ärmsten Verhältnissen zu neutralem Beobachter der Geschehnisse wechselt, erhält der Leser ein vielseitiges Bild der Handlung. Begleitet man Gisa, zeigt sich ihre Welt als schön, behütet und sorglos. Durch Primus zeigt sich dem Leser der krasse Gegensatz: ein ungeschöntes Bild des harten Überlebenskampfes der damaligen Zeit - Hunger, Kleidungs- und Wohnungsnot bis hin zu Krankheiten. 

"Die Tore des Himmels" ist wieder ein sehr gelungenes Werk, das tätsächlichen geschichtliche Hintergründe mit einer gelungen Dichtung wunderbar vereint. Weigand ist eine begnadete Erzählerin, die den Leser vom Beginn des Buches bis zum Schluss fesseln kann.