Buchtipp "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harlod Fry" von Rachel Joyce

Die unwahrscheinliche Pilgerreise ...Ausgelöst durch den Brief seiner früheren Arbeitskollegin Queenie Hennessy, die in Berwick upon Tweed im Krankenhaus liegt, beginnt der Rentner Harold Fry, der mit seinem Leben denkbar unglücklich ist, eine unwahrscheinliche Reise quer über den britischen Kontinent.

Es ist ein Abschiedsbrief, der Harold sehr zusetzt. Als Harold versucht, den Brief zu beantworten, fällt ihm nichts ein als ein Dankeschön und ein kurzer Satz des Bedauerns. Er macht sich auf den Weg um den Brief einzuwerfen, doch dann wird ihm klar, dass diese kurze Nachricht nicht ausreicht. So geht er an einen Briefkasten nach dem anderen vorbei, immer weiter und entschließt sich schließlich zu Fuß nach Berwick upon Tweed zu gehen. Harold ruft spontan, im Hospiz an und gibt Bescheid, dass er sich auf den Weg macht und Queenie mit ihrem Sterben warten soll. Er käme zu Fuß.

Vor Harold liegt eine Strecke von knapp 1000 Kilometern. Schnell wird klar, dass er diesen Fußmarsch nicht nur für Queenie macht. Erinnerungen kommen, schamvolle, peinvolle und schöne.

Die Menschen, die Harold auf seiner Reise trifft, gewinnen nicht immer die Sympathie des Lesers, trotzdem sind sie ein wichtiger und unverzichtbarer Mosaikstein auf Harolds Weg.

Was ist das, was Harold mit Queenie verbindet? Was ist der tiefe Schmerz, der ihn und seine Frau so voneinander getrennt hat?

Fazit: Mit "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" ist ein gelungener Roman, der viel mehr zu bieten hat, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Hier geht es nicht nur um ein paar kleine Reisegeschichten, es geht um den Kampf um Liebe, Treue und Loyalität, Freundschaft und vor allem um Vergebung. Harold ist einen sofort sympathisch. Rachel Joyce vermittelt mit sehr viel Gefühl, wie falsche Entscheidungen ein ganzes Leben prägen, aber auch dass es immer noch möglich ist, etwas zu ändern.

Es gelingt ihr eine emotionale Erlebnisreise zu erzählen, die sich tatsächlich als eine echte Pilgerreise aber ohne jede Religiosität darstellt. "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" enthält viele bemerkenswerte Textstellen und kleine Lebensweisheiten, die einen auch selbst zum nachdenken bringen.